Definition: Umleitung

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Eine Transaktion, die tatsächlich zwischen den Einheiten A und C stattfindet, ist u. U. so zu buchen, als ob eine dritte Einheit B zwischengeschaltet wäre.  Die einzelne Transaktion zwischen A und C wird somit zweifach gebucht, nämlich als Transaktion zwischen A und B und als Transaktion zwischen B und C.  Die Transaktion wird also umgeleitet. Ein bekanntes Beispiel ist die Buchung der Sozialbeiträge der Arbeitgeber, die direkt an Sozialschutzsysteme abgeführt werden. Im ESVG werden diese Zahlungen in der Form von zwei Transaktionen gebucht, nämlich erstens zahlen die Arbeitgeber die Arbeitgeberbeiträge an ihre Arbeitnehmer und zweitens führen die Arbeitnehmer dieselben Beiträge an die Sozialversicherung ab.  Wie stets bei umgeleiteten Transaktionen, soll auch in diesem Fall die zugrunde liegende wirtschaftliche Realität verdeutlicht werden. In diesem Fall soll gezeigt werden, dass die Arbeitgeberbeiträge zugunsten der Arbeitnehmer gezahlt werden. Eine andere Art der Umleitung liegt vor, wenn Transaktionen zwischen zwei oder mehr institutionellen Einheiten gebucht werden, obwohl aus Sicht der Transaktionspartner überhaupt keine Transaktion stattfindet. Ein Beispiel hierfür ist die Behandlung des bei bestimmten Versicherungen anfallenden Vermögenseinkommens, das von Versicherungsgesellschaften einbehalten wird.  Im ESVG wird es so ausgewiesen, als ob es von den Versicherungsgesellschaften an die Versicherungsnehmer gezahlt würde und als ob diese dann den gleichen Betrag in Form von zusätzlichen Prämien an die Versicherungsgesellschaften zurückzahlen würden.
Quelle:
Europäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen - ESVG 1995 [1.39]
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