Definition: Zinsen auf Schuldverschreibungen

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Schuldverschreibungen sind langfristige Wertpapiere, die dem Inhaber feste oder vereinbarte variable Kuponzahlungen und/oder vorher festgelegte Beträge zu mehreren Zeitpunkten oder am Rückzahlungszeitpunkt garantieren.
 a)	Null-Kupon-Anleihen: Für diese Anleihen gibt es keine laufenden Zinszahlungen (keine Kupons). Die Verzinsung ergibt sich als Differenz zwischen dem Rückzahlungs- und dem (niedrigeren) Emissionskurs, die über die Laufzeit der Anleihe verteilt werden muss.  Die jährlich auflaufenden Zinsen werden vom Inhaber der Anleihe in die Anleihe reinvestiert. Daher ist im Finanzierungskonto ein Betrag in Höhe der aufgelaufenen Zinsen als Erwerb weiterer Anleihestücke durch den Inhaber und als Emission weiterer Anleihestücke durch den Emittenten oder Schuldner (d. h. als Anstieg des ¿Volumens" der ursprünglichen Anleihe) zu buchen.
 b)	Sonstige Anleihen einschließlich niedrigverzinslicher Anleihen:  Die Zinsen setzen sich aus zwei Bestandteilen zusammen:
               (1)dem pro Rechnungszeitraum anfallenden Geldeinkommen aus Kuponzahlungen;
               (2)den pro Rechnungszeitraum aufgrund der Differenz zwischen Rückzahlungs- und Emissionskurs auflaufenden Zinsen. Sie werden wie bei Null-Kupon-Anleihen                     berechnet.
 c)	Indexgebundene Wertpapiere.
Quelle:
Handbuch zum ESVG 1995: Defizit und Schuldenstand des Staates, Ausgabe 2002, Eurostat, Kapitel III.3 Europäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen - ESVG 1995 [4.46]
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