Definition: Nicht-Stichprobenfehler

EU-SILC

In allen Phasen der Datenerhebung und -produktion auftretende Fehler.

Es gibt im Wesentlichen vier Arten von Nicht-Stichprobenfehlern:

a) Erfassungsfehler: Fehler, die entstehen, wenn Zielpopulation und Auswahlgrundlage nicht übereinstimmen. Dazu gehören Übererfassung, Untererfassung und Fehlklassifikation:

- Übererfassung: in der Auswahlgrundlage enthaltene Einheiten, die eigentlich nicht zur Zielpopulation gehören bzw. die es in der Praxis nicht gibt,
- Untererfassung: nicht in der Auswahlgrundlage enthaltene Einheiten,
- Fehlklassifikation: falsche Zuordnung von Einheiten der Zielpopulation;

b) Messfehler: Fehler, die während der Datenerhebung auftreten. Quellen derartiger Fehler sind beispielsweise das Erhebungsinstrument, das Informationssystem, der Interviewer oder der Erhebungsmodus;

c) Verarbeitungsfehler: Fehler, die nach Abschluss der Datenerhebung auftreten, z. B. bei der Eingabe, Codierung, Editierung oder Gewichtung der Daten;

d) Non-Response-Fehler: Fehler, die entstehen, wenn von einer zu befragenden Einheit nicht die gewünschten Informationen beschafft werden können. Dabei wird unterschieden nach:

- Unit-Non-Response: Die Informationen über Stichprobeneinheiten (Haushalte und/oder Einzelpersonen) fehlen zur Gänze;
- Item-Non-Response: Für eine Stichprobeneinheit konnten einige, jedoch nicht alle Informationen beschafft werden.
Quelle:
Europäische Union, Verordnung (EG) Nr. 28/2004 der Kommission vom 5. Januar 2004 zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 1177/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates für die Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) im Hinblick auf den detaillierten Inhalt der Qualitätsberichte (Zwischenbericht und Abschlussbericht)
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