Definition: Durch den Kongress erzeugter Umsatz

Tourismus

Definition:

Der durch Kongressaktivitäten erzeugte Umsatz kann anhand der von Veranstaltern und Teilnehmern in Form anderer Verkäufe (Käufe) von Waren und Dienstleistungen getätigten Ausgaben geschätzt werden, und zwar einschließlich der dabei anfallenden Steuern, jedoch ohne die von jedem Kunden zu entrichtende Mehrwertsteuer. Darin sollten auch sämtliche den Kunden in Rechnung gestellten Kosten (Transport, Verpackung usw.) enthalten sein, selbst wenn diese auf der Rechnung nicht getrennt ausgewiesen sind.

Erläuterungen:

Zur Schätzung der Ausgaben können den Veranstaltern und Teilnehmern zwei Fragen zu mehreren Ausgabenmustern gestellt werden. Wenn derselbe Ausgabenposten von zwei Auftragnehmern in Rechnung gestellt wird, wird nur der letztere berücksichtigt.

Ausgaben des Veranstalters

Die Ausgaben des Veranstalters lassen sich in fünf Gruppen gliedern:

1. Mietkosten für den Konferenzsaal oder den Veranstaltungsort. Diese Kosten entsprechen dem Preis, den der Veranstalter dem Eigentümer der Kongressstätte zahlt.

2. Kosten der Referenten. Darin enthalten sind die Ausgaben der Referenten für die An- und Abreise, die Unterkunft und sonstige Ausgaben.

3. Kosten der Kongressdienste. In diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten:

a) Von Unterauftragnehmern erbrachte Dienste gemäß dem im Vertrag festgelegten Preis;
b) Von der veranstaltenden Organisation selbst erbrachte Dienste, d. h. die internen Kosten der bereitgestellten Waren und Dienstleistungen. 

Im zweiten Fall ist die Schätzung komplizierter. Auf der Basis der internen Kostenrechnung müssen die bei dem betreffenden Kongress getätigten Ausgaben ermittelt werden. Diese Verfahren ist erforderlich, um die Kosten eines Kongresses zu berechnen; alternativ wäre es ausreichend, das Volumen der Waren und Dienstleistungen während des Jahres einschließlich der Untervergabe von Kongressdiensten und der gezahlten Gehälter zu ermitteln.
  Die Kosten der Kongressdienste umfassen die folgenden Kosten:

 \ Kosten der am Veranstaltungsort bereitgestellten, nicht in den Mietkosten enthaltenen Waren und Dienstleistungen
 \ Kosten der Vermarktung des Kongresses
 \ Übersetzungs- und Dolmetschdienste
 \ Betreuung durch Hosts/Hostessen
 \ Begleitung/Betreuung (Gästeführer, Fahrer usw.)
 \ Öffentlichkeitsarbeit
 \ Parkplatzbetreuung
 \ Sicherheitsdienste
 \ Reinigungsdienste
 \ Catering
 \ Garderobendienst
  
4.  Sonstige vor dem Kongress anfallende Veranstalterkosten
5.  Sonstige nach dem Kongress anfallende Veranstalterkosten

Ausgaben der Teilnehmer

Während die Ausgaben der Veranstalter anhand der Geschäftsbücher der Firma oder Organisation geschätzt werden können, müssen die Ausgaben der Teilnehmer vor Ort erfragt werden. Die Basisvariablen für die Ausgaben der Teilnehmer wurden bereits im Abschnitt II unter Variable 12 definiert. Häufig werden nur die Ausgaben von Ausländern ermittelt, die schätzungsweise doppelt so hoch sind wie die von Inländern [Fighiera, 1992]. Es sollten jedoch sowohl Inländer als auch Ausländer direkt befragt werden.

Ausgaben im Inland vs. Ausgaben im Ausland

Nachdem die Ausgaben der Teilnehmer und der Veranstalter berechnet wurden, muss der Anteil der Ausgaben ermittelt werden, die der Herkunftsregion oder dem Herkunftsland zugute kommen und dort verbleiben. Zur Schätzung der im Inland getätigten Ausgaben müssen die von den Teilnehmern im Herkunftsland und die von den Veranstaltern für ausländische Teilnehmer in Anspruch genommenen Dienste abgezogen werden. Somit müssen die Herkunft der Teilnehmer und das von ihnen genutzte Verkehrsmittel berücksichtigt werden.

Die Ausgaben, die in einem Land durch einen Kongress entstehen, können zusammengefasst wie folgt ermittelt werden:

KONGRESSAUSGABEN IM INLAND =
Ausgaben der Veranstalter +
Ausgaben der Teilnehmer -
Ausgaben der Veranstalter ohne Bezug zum Kongress -
Vom Teilnehmer bezahlte Dienste ausländischer Anbieter -
Vom Veranstalter für ausländische Teilnehmer bezahlte Dienste
Quelle:
Methodological Manual for Statistics on Congresses and Conferences, Eurostat, S. 71/72
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