Definition: Geschichtetes Stichprobenverfahren

Bodenbedeckung/Bodennutzung

Das geschichtete Stichprobenverfahren ist ein ausgefeilteres Verfahren zur Auswahl der Stichprobe, das besonders nützlich ist, wenn die zu untersuchenden Phänomene ungleichmäßig verteilt sind oder wenn das Untersuchungsgebiet sehr heterogen ist. Der Ansatz beruht auf einer Einteilung des gesamten Untersuchungsgebiets in mehrere vorgegebene Teilgebiete (Schichten), die in Bezug auf die räumliche Verteilung der relevanten Attribute und Merkmale homogener sind. Innerhalb der verschiedenen Schichten werden unabhängige Proben entweder zufällig oder systematisch ausgewählt. 
Bei den meisten operationellen Flächenstichprobenerhebungen wird eine Schichtung berücksichtigt, um die statistische Genauigkeit zu verbessern und um die Stichprobendefinition an die spezielle lokale Situation anzupassen. Die Homogenisierung erfolgt anhand von Hintergrundwissen über spezifische Attribute, die die geographische Verteilung widerspiegeln. Bei landwirtschaftlichen Erhebungen sind solche Schichten zum Beispiel gewisse Merkmale der Bodenbedeckung/?nutzung. Die Abgrenzung von Schichten und Segmenten wird häufig durch die Verwendung von Satellitenbildern oder Luftaufnahmen erleichtert.
Die Stichprobeneinheiten (Punkte, Linien, Flächen) und das Auswahlverfahren (zufällig, systematisch und geschichtet) stellen die grundlegenden Ansätze dar. Es gibt keine strengen oder standardisierten Regeln, die bei der Definition und Auswahl der Stichproben anzuwenden sind.  In der Praxis wird die Stichprobendefinition von den zu beobachtenden Variablen, der erforderlichen statistischen Genauigkeit, den verfügbaren finanziellen und personellen Ressourcen sowie der zeitgerechten Bereitstellung von Ergebnissen bestimmt. Die verschiedenen Ansätze, die entwickelt wurden, stellen einen Kompromiss unter diesen Aspekten dar.
Quelle:
Eurostat, "Handbuch zu den Konzepten der Informationssysteme für Bodenbedeckung und -nutzung (Ausgabe 2000)", Amt für amtliche Veröffentlichungen der europäischen Gemeinschaften, Luxembourg, 2001
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