Definition: Fernerkundung

Bodenbedeckung/Bodennutzung

"Fernerkundung ist die Wissenschaft (und, in gewisser Weise, die Kunst), Informationen über die Erdoberfläche zu erfassen, ohne wirklich mit ihr in Kontakt zu stehen. Dies erfolgt durch das Messen und Aufzeichnen von reflektierter oder abgestrahlter Energie und durch das Verarbeiten, Auswerten und Anwenden dieser Informationen" (Canada Centre for Remote Sensing (CCRS): Fundamentals of Remote Sensing 1999).

Das Prinzip der Fernerkundung kann folgendermaßen zusammengefasst werden:

Die Erdoberfläche wird von der Sonne durch ein weites Spektrum elektromagnetischer Strahlung beleuchtet.

Die von der Sonne ausgehende Strahlung wird von der Atmosphäre beeinflusst und erreicht die Erdoberfläche nicht völlig unverändert. Auf dem Weg durch die Atmosphäre wird ein großer Teil der Energie absorbiert. Das Ozon in der Stratosphäre ist zum Beispiel für große Teile der ultravioletten Strahlung undurchlässig. Das in der Atmosphäre enthaltene Wasser ist für die Aufnahme spezifischer Teile der Infrarotstrahlung verantwortlich. Nur für einige Wellenlängen ist die Atmosphäre in hohem Maße durchlässig, insbesondere im sichtbaren Teil des elektromagnetischen Spektrums. Diese "atmosphärischen Fenster", in denen die Energieübertragung effektiv ungestört erfolgt, werden bei der Fernerkundung verwendet.

Alle Objekte auf der Erdoberfläche (Ziele) beeinflussen die Strahlung. Ziele reflektieren, übertragen oder absorbieren die auftreffenden elektromagnetischen Wellen. Der ablaufende Prozess hängt von der physikalischen und chemischen Struktur des Ziels und der betreffenden Wellenlänge ab. 

Der reflektierte Anteil des Spektrums ist für Fernerkundungsanwendungen in Verbindung mit dem Boden am wichtigsten. In den verschiedenen Wellenlängenbereichen ist die Reflexion durch die Ziele ganz spezifisch und in einigen Fällen sogar einzigartig.

Dieses charakteristische Spektralverhalten von Objekten ermöglicht ihre Identifikation durch die Fernerkundung. Ein Vergleich der Reflexionsmuster verschiedener Merkmale der Erdoberfläche in verschiedenen Spektralbereichen ermöglicht es, Objekte voneinander zu unterscheiden.
Quelle:
Eurostat, "Handbuch zu den Konzepten der Informationssysteme für Bodenbedeckung und -nutzung (Ausgabe 2000)", Amt für amtliche Veröffentlichungen der europäischen Gemeinschaften, Luxembourg, 2001
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