Definition: Datenerfassung für allgemeine Zwecke als nicht zu FuE zählende Tätigkeit

Frascati-Handbuch

Derartige Datensammlungen werden üblicherweise von Regierungsdienststellen zur Dokumentation natürlicher, biologischer oder sozialer Phänomene durchgeführt, die von allgemeinem öffentlichen Interesse sind oder für deren Erfassung nur der Staat über die erforderlichen Mittel verfügt. Beispiele sind routinemäßige topografische Kartierung, routinemäßige geologische, hydrologische, ozeanografische und meteorologische Vermessung sowie astronomische Beobachtungen. Eine ausschließlich oder in erster Linie als Teil des FuE-Prozesses durchgeführte Datenerfassung gehört zu FuE (z. B. Daten über Teilchenfluss und -charakteristik in einem Kernreaktor). Das Gleiche gilt für die Verarbeitung und Interpretation der Daten. Insbesondere in den Sozialwissenschaften ist man sehr stark auf die exakte Erfassung gesellschaftlicher Fakten in Form von Volkszählungen, Stichprobenerhebungen usw. angewiesen. Werden diese Daten speziell für wissenschaftliche Forschungszwecke erhoben oder verarbeitet, sind die entsprechenden Kosten der Forschung zuzurechnen und sollten Planung, Systematisierung
usw. der Daten beinhalten. Für andere oder allgemeine Zwecke erhobene Daten wie die vierteljährliche Ermittlung der Arbeitslosenzahlen sind jedoch davon auszunehmen, selbst wenn sie für Forschungszwecke genutzt werden. Auch Marktstudien sind auszuschließen.
Die Datenerfassung für allgemeine Zwecke sollte nicht der FuE zugerechnet werden, es sei denn, sie wird ausschließlich oder in erster Linie für die Zwecke eines FuE-Projekts durchgeführt.
Quelle:
Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), "Main Definitions and Conventions for the Measurement of Research and Experimental Development (R&D). A Summary of the Frascati Manual 1993", OECD, Paris, 1994
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