HS Code 29312000 - Tributylzinnverbindungen

Tributylzinnverbindungen

Beispiele (Keine offiziellen Angaben oder Gewährleistung)

Die Anfrage enthält eine falsche Kategorisierung. Andere organisch-anorganische Verbindungen > Tributylzinnverbindungen ist unpräzise. Tributylzinnverbindungen (TBT-Verbindungen) sind eine Untergruppe der Organozinnverbindungen (organometallische Verbindungen aus Zinn und organischen Resten). Vollständige Beschreibung: Tributylzinnverbindungen Tributylzinnverbindungen (TBT-Verbindungen) sind chemische Stoffe, bei denen ein Zinnatom (Sn) kovalent mit drei Butylgruppen (C₄H₉) und einem weiteren Anion (X) gebunden ist, mit der allgemeinen Formel (C₄H₉)₃Sn-X. Sie zählen zu den triorganischen Zinnverbindungen. * Hauptvertreter & Verwendung (historisch): Die bekannteste Verbindung ist Tributylzinnoxid (TBTO), das als Biozid wirkt. Seine toxischen Eigenschaften machten es jahrzehntelang zum wesentlichen Wirkstoff in Antifouling-Anstrichen für Schiffsrümpfe, um den Bewuchs mit Algen und Muscheln zu verhindern. Weitere Anwendungen waren Holzschutzmittel, Textilimprägnierungen und Industriebiozide. * Eigenschaften & Wirkung: TBT-Verbindungen sind sehr persistent in der Umwelt, reichern sich in Sedimenten und im Gewebe von Organismen an (bioakkumulativ) und wirken schon in sehr geringen Konzentrationen hochtoxisch (starkes Endokrinum). Sie verursachen bei Wasserschnecken (z.B. die Wellhornschnecke) eine als Imposex bekannte Vergeschlechtlichung (Bildung männlicher Geschlechtsorgane bei Weibchen), die zur Unfruchtbarkeit führt. Bei anderen Meeresorganismen und Säugetieren schädigen sie das Immun- und Nervensystem. * Regulierung: Aufgrund dieser gravierenden Umweltauswirkungen wurden TBT-haltige Antifouling-Anstriche für Schiffe seit den 1980er Jahren schrittweise verboten. 2008 trat ein weltweites Verbot (IMO-Antifouling-Konvention) für den Einsatz organozinnhaltiger Antifouling-Systeme auf Schiffen in Kraft. In der EU und vielen anderen Ländern ist die Verwendung von TBT als Biozid generell verboten. * Aktuelle Situation: TBT gilt als prioritärer gefährlicher Stoff in der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Es ist zwar nicht mehr im Einsatz, aber aufgrund seiner Persistenz immer noch in vielen Hafen- und Küstensedimenten nachweisbar und stellt ein Langzeitproblem dar. Zusammenfassung: Tributylzinnverbindungen sind hochtoxische, persistente Organozinn-Biozide, die aufgrund ihrer verheerenden ökotoxikologischen Wirkungen, insbesondere als endokrine Disruptoren in der Meeresumwelt, weltweit verboten wurden, deren Altlasten aber weiterhin bestehen.

Code Baumstruktur / Hierarchie

    2931 Andere organisch-anorganische Verbindungen 29312000 Tributylzinnverbindungen

Handelsbeschränkungen und Maßnahmen

Kapitel 29
26 Handelsbeschränkungen und Maßnahmen
Position 2931
41 Handelsbeschränkungen und Maßnahmen
Unterposition 293120
8 Handelsbeschränkungen und Maßnahmen
Zolltarifnummer 29312000
1900-01-01
ERGA OMNES (1011)
Third country duty
Regulation 1006/11
1900-01-01
North Korea (Democratic People’s Republic of Korea) (KP)
Import control on restricted goods and technologies
Regulation 1509/17
1900-01-01
North Korea (Democratic People’s Republic of Korea) (KP)
Export control on restricted goods and technologies
Regulation 1509/17
1900-01-08
ERGA OMNES (1011)
Export control on dangerous chemicals
Regulation 0649/12
1900-01-15
All third countries (1008)
Export authorization (Dual use)
Regulation 2003/25
1900-01-17
Syria (SY)
Export control on restricted goods and technologies
Regulation 0509/12
1900-01-24
Russian Federation (RU)
Export control
Regulation 0833/14
1900-01-25
Belarus (BY)
Export control
Regulation 0765/06

Änderungen dieser Zolltarifnummer

Änderungen zugunsten zu 29312000
2011: 29310099
2012: 29312000