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Jahresstatistik 2016 für Mittelfranken

2017-04-05 10:50:46

Die deutschen Zöllnerinnen und Zöllner sichern täglich die Leistungsfähigkeit unseres Gemeinwesens, fördern den Wirtschaftsstandort Deutschland und tragen zur Stabilisierung unserer Sozialsysteme bei. Sie schützen die Wirtschaft vor Wettbewerbsverzerrungen, die Verbraucher vor mangelhaften Waren aus dem Ausland und die Bevölkerung vor den Folgen grenzüberschreitender organisierter Kriminalität.

Das Hauptzollamt Nürnberg mit seinen 550 Zöllnerinnen und Zöllnern (entspricht 480 Vollzeitarbeitskräften) nahm im Jahr 2016 über 2,4 Milliarden Euro ein. Dies bedeutet eine Steigerung von fast 15 Prozent zum Vorjahr, was sich vor allem auf vermehrte Einfuhren zurückführen lässt. Zu den einnahmestärksten Abgabenarten gehörten erneut die Einfuhrumsatzsteuer mit über 1,7 Milliarden Euro und die Verbrauchsteuern mit gut 260 Millionen Euro. Die Verbrauchsteuern gliedern sich in Energiesteuer (69 Mio. Euro), Stromsteuer (173 Mio. Euro), Biersteuer (12 Mio. Euro) und Steuern auf Branntwein, Tabak, Schaumwein und Kaffee (knapp 7 Mio. Euro), die fast ausschließlich dem Bundeshaushalt zufließen.

"Der Zoll ist eine moderne Wirtschaftsverwaltung und nimmt Jahr für Jahr rund die Hälfte der dem Bund zufließenden Einnahmen ein. Auch das Hauptzollamt Nürnberg leistet mit seinen Steuereinnahmen einen wichtigen Beitrag, damit der Staat handlungs- und leistungsfähig bleibt", sagte Martina Stumpf, Pressesprecherin des Hauptzollamts Nürnberg. "Die Effizienz der Zollabfertigung wiederum ist ein bedeutender Standortvorteil für die deutsche Wirtschaft."

Der Prüfungsdienst des Hauptzollamts Nürnberg hat im vergangenen Jahr fast 700 Prüfungen - meist in den Bereichen Verbrauchsteuern und Zoll - und über 3.000 Überwachungsmaßnahmen durchgeführt. Überwacht wurden zum Beispiel Brennereien, Brauereien, Zolllager und Energieerzeuger. Dabei hat der Zoll von den Firmen insgesamt knapp neun Millionen Euro nacherhoben und gut 900.000 Euro an diese erstattet.

2016 gingen zur Schwarzarbeit wieder über 4.600 Hinweise aus der Bevölkerung und von anderen Behörden ein. Dies zeigt, wie stark auch in der Öffentlichkeit Schwarzarbeit als illegal und unsozial wahrgenommen wird und dass den Bürgerinnen und Bürgern bewusst ist, dass der Zoll mit seinem Einsatz für fairen Wettbewerb und den Erhalt von Arbeitsplätzen sorgt.

Tag und Nacht im Einsatz gegen Schmuggel und Kriminalität ist unter anderem die Kontrolleinheit Verkehrswege, die 2016 weit über 8.000 Personen und 5.000 Beförderungsmittel überprüft hat. Örtliche Kontrollschwerpunkte - auch nachts und am Wochenende - der 15 Zöllnerinnen und Zöllner sind die Autobahnen 3, 6 und 9 als wichtige internationale Verkehrsverbindungen. Darüber hinaus fanden auch regelmäßig Kontrollen des internationalen Bahn- und Busverkehrs statt. Dabei konnten unter anderem weit über 700.000 geschmuggelte Zigaretten sowie mehr als drei Kilogramm Amphetamin aus dem Verkehr gezogen werden. Von unverzollten Hunde- und Katzenwelpen über gefälschte Handys bis zu verbotenen Feuerwerkskörpern reicht die Liste der vereitelten Schmuggelversuche.

Auch am Zollamt Hafen, das 2016 sein zehnjähriges Bestehen feierte, wurde der Zoll in den Postpaketen fast täglich fündig: Neben einfuhrverbotenen Arznei- und Lebensmitteln fanden sich Markenfälschungen aller Art und zehn Kilogramm der Droge Khat in den Sendungen.

Im gesamten Bezirk des Hauptzollamts Nürnberg konnten - insbesondere im Postverkehr - gefälschte Markenartikel im Wert von knapp 300.000 Euro sichergestellt werden. Am häufigsten waren Schuhe betroffen. Die Bandbreite reichte jedoch von Bekleidung über Spielzeug und Kosmetik bis hin zu Gemüsehobeln. "Gefälschte Produkte können die Gesundheit der Verbraucher nachhaltig gefährden, zum Beispiel durch giftige Farben und Inhaltsstoffe oder mangelnde Qualitätssicherung", so die Pressesprecherin. "Wer seine Gesundheit bewusst oder unbewusst gefälschten und somit minderwertigen Arzneimitteln anvertraut, trägt ein erhebliches Risiko." Durch den Internethandel sind Plagiate oft nur einen Klick entfernt. Der Zoll beschlagnahmt auch auf dem Postweg gelieferte Fälschungen und dem Empfänger drohen neben dem Verlust von Geld und Ware auch noch Schadenersatzforderungen des Originalherstellers.

Knapp 50 artengeschützte Exemplare konnten im Fracht- und Postverkehr sowie aus Koffern und Taschen von Reisenden beschlagnahmt werden. Darunter befanden sich diverse Korallen, aber auch elf Chamäleons und ein Graupapagei. "Zum Schutz der Artenvielfalt beschlagnahmt der Zoll konsequent artengeschützte Tiere und Pflanzen, denn Aussterben ist endgültig", so Martina Stumpf, "und der deutsche Zoll leistet auch hier einen wertvollen Beitrag für die Umwelt."

Zur Unterstützung bei den für die Allgemeinheit und die Wirtschaft wichtigen Aufgaben sucht die Zollverwaltung immer engagierte Nachwuchskräfte für die Laufbahnen im mittleren und gehobenen Zolldienst. Die am 3. April 2017 gestartete Nachwuchskampagne "Dein Talent im Einsatz" zielt darauf ab, den Zoll als attraktiven Arbeitgeber für Jugendliche zu positionieren. Ab sofort können Bewerbungen für das Einstellungsjahr 2018 auch beim Hauptzollamt Nürnberg abgegeben werden. Bei erfolgreicher Bewerbung kann ab dem 1. August 2018 eine zweijährige Ausbildung oder ein dreijähriges duales Studium begonnen werden.

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Kategorie: Zoll im Fokus
Quelle: www.zoll.de