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Jahresstatistik 2016 des Hauptzollamts Landshut

2017-04-05 12:46:56

Zoll online - Pressemitteilungen - Aus der Jahresstatistik 2016 des Hauptzollamts Landshut

"Haben Sie Waren anzumelden?" - Auf diese Frage lässt sich die Arbeit des Zolls schon lange nicht mehr reduzieren. Über 39.000 Zöllnerinnen und Zöllner sichern täglich die Leistungsfähigkeit unseres Gemeinwesens, sie schützen die Wirtschaft vor Wettbewerbsverzerrungen, die Verbraucher vor mangelhaften Waren aus dem Ausland und die Bevölkerung vor den Folgen grenzüberschreitender organisierter Kriminalität.

Der Zoll nimmt Jahr für Jahr etwa die Hälfte der dem Bund zufließenden Steuern ein. Im Jahr 2016 waren das fast 131,9 Milliarden Euro, eine wichtige Grundlage für die Zukunftsinvestitionen in Bildung, Familie, Forschung oder Infrastruktur. Auch die staatliche Bezuschussung der Renten- und Sozialsysteme muss aus dem Einnahmetopf geleistet werden. Die erhobenen Zölle (2016: 5,1 Mrd. Euro) fließen in den EU-Haushalt.

Die über 600 Beschäftigten des Hauptzollamts Landshut leisteten dazu auch 2016 wieder einen wichtigen Beitrag, wie die Bilanz des vergangenen Jahres zeigt: Gesamteinnahmen in Höhe von über 794 Millionen Euro, mehr als eine Million Zollabfertigungen im internationalen Warenverkehr sowie zahlreiche Aufgriffe bei Kontrollen.

Der Zuständigkeitsbereich des Hauptzollamts Landshut erstreckt sich mit dem Regierungsbezirk Niederbayern (vom Landkreis Kelheim nur der Südbereich) sowie den oberbayerischen Landkreisen Dachau, Erding und Freising (ohne den Flughafen München) auf rund 12.000 Quadratkilometer. Das Hauptzollamt Landshut ist in der Fläche an insgesamt zehn Dienststellen in Landshut, Hallbergmoos, Passau, Pfarrkirchen, Plattling, Suben-Autobahn und Zwiesel vor Ort.

Nachdem Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble am Dienstag, dem 4. April 2017, die Bilanz der deutschen Zollverwaltung bei der Jahrespressekonferenz in Köln bekanntgegeben hat, veröffentlicht das Hauptzollamt Landshut nun seine regionalen Ergebnisse.

Tag für Tag fließen enorme Warenströme von der Exportnation Deutschland in Nicht-EU-Länder und umgekehrt. Die vier Zollämter Hallbergmoos, Passau, Plattling und Suben-Autobahn des Hauptzollamts Landshut zählten vergangenes Jahr insgesamt 1,15 Millionen Warenabfertigungen. Davon entfielen etwa drei Viertel auf Ausfuhr- und ein Viertel auf Einfuhrsendungen.

Die erforderlichen Zollbehandlungen schnell und effizient abzuwickeln, ist das gemeinsame Anliegen von Wirtschaft und Zoll. Nicht zuletzt aufgrund moderner Verfahrens- und Logistiktechnik kann die Masse an Sendungen überhaupt bewältigt werden. Abgesehen von der steuerrechtlichen Behandlung überwachen die Zöllnerinnen und Zöllner dabei auch die Einhaltung sogenannter Verbote und Beschränkungen, die beispielsweise für gefälschte Markenartikel gelten. So wurden 2016 Plagiate unter anderem von Sportschuhen, Taschen, Sonnenbrillen und Parfüms im Wert von über 82.000 Euro sichergestellt und anschließend größtenteils vernichtet.

Die Gesamteinnahmen an Kraftfahrzeugsteuer in 2016 beliefen sich auf neun Milliarden Euro. Aus verwaltungsökonomischen Gründen erfolgt die Festsetzung der Kraftfahrzeugsteuer für den Bezirk des Hauptzollamts Landshut zentral durch das Hauptzollamt Regensburg. Allerdings wurden zusätzlich für die Bürgerinnen und Bürger in Landshut, Hallbergmoos, Plattling, Passau und Pfarrkirchen sogenannte Kontaktstellen eingerichtet. An folgenden Standorten stehen Ansprechpersonen bei Fragen zur Kraftfahrzeugsteuer zur Verfügung:

Über 53.000 Anträge auf Steuerentlastung für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft (sogenannte Agrardieselvergütung) gingen im Jahr 2016 bei der Agrardieselstelle Passau des Hauptzollamts Landshut ein. Die Summe an Agrardieselvergütung, die 2016 infolge der Antragsbearbeitung ausbezahlt wurde, beläuft sich auf 71,7 Millionen Euro. Dies bedeutet eine Steigerung der Bearbeitungszahlen um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was unter anderem auf die gestiegene Zahl der Anträge im Online-Verfahren und auf eine erfolgreiche Prozessoptimierung zurückzuführen ist.

Der Zoll realisiert zum einen eigene Forderungen, aber auch andere öffentlich-rechtliche, wie die der Agenturen für Arbeit, Krankenkassen und Berufsgenossenschaften. Die Vollstreckungsstelle des Hauptzollamts Landshut erledigte im vergangenen Jahr über 154.000 Fälle und trieb dabei 48,9 Millionen Euro ein.

Von den Beschäftigten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit an den Standorten Landshut, Passau, Pfarrkirchen und Plattling konnten im vergangenen Jahr knapp 2.000 Strafverfahren abgeschlossen werden. Infolgedessen wurden Geldstrafen in Höhe von über 864.000 Euro verhängt und Freiheitsstrafen von insgesamt 52 Jahren erwirkt. Die Anzahl der Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit Schwarzarbeit belief sich auf über 800, die mit über 1,2 Millionen Euro bebußt wurden.

Mit seinem Einsatz gegen die Schwarzarbeit sorgt der Zoll für fairen Wettbewerb, den Erhalt von Arbeitsplätzen, stabile Beitragssätze und gerechte Arbeitsbedingungen. Die im Bezirk des Hauptzollamts Landshut ermittelte Schadenssumme durch Schwarzarbeit beträgt 14,5 Millionen Euro.

Die zollamtliche Überwachung des grenzüberschreitenden Warenverkehrs zählt zu den Aufgaben der Kontrolleinheiten Verkehrswege, die regional in Passau, Plattling und Zwiesel ansässig sind. Im vergangenen Jahr überprüften die Zollbeamten auf sämtlichen Verkehrswegen im Bezirk fast 14.000 Objekte und 18.000 Personen. Die Bekämpfung von Schmuggel und Kriminalität durch den Zoll sorgt für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland und Europa. Die Kontrolleinheiten zogen beispielsweise 73 verbotene Waffen und Waffenteile aus dem Verkehr, stellten 895.000 geschmuggelte Zigaretten sicher und beschlagnahmten 5.800 Potenzmittel im Wert von über 46.000 Euro.

Mit der Zertifizierung des Zolls durch das audit berufundfamilie ist ein langfristiger Prozess gestartet, dessen Zielführung es ist, die bereits bestehende familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik des Hauptzollamts Landshut weiterzuentwickeln. Unseren Beschäftigten werden vielfältige Lösungen wie flexible Arbeitszeiten, individuelle Teilzeitmodelle, Telearbeit, Pflegezeit und Urlaubsansparung zur Kinderbetreuung geboten, um ihre familiären Aufgaben und ihren Beruf vereinbaren zu können.

"Auch in Zukunft werden wir mit diesem Engagement ein noch attraktiverer Arbeitgeber für unsere Region sein und als öffentlicher Dienst stark im Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte auftreten", so Gerhard Pieper, Leiter des Hauptzollamts Landshut. Informationen zum audit berufundfamilie sind unter www.berufundfamilie.de abrufbar.

Der Zoll ist nicht nur aufgrund der guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein attraktiver Arbeitgeber. Die zweijährige Ausbildung und das dreijährige Studium bieten durch das duale System eine Ausbildung auf besonders hohem Niveau. Ausbildungs- und Praxisphasen bei den 42 Ausbildungshauptzollämtern wechseln sich dabei ab und bauen aufeinander auf.

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Kategorie: Zoll im Fokus
Quelle: www.zoll.de