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Haftstrafe für Geschäftsinhaber

2017-01-20 10:29:16

Der Inhaber eines Gastronomiebetriebs aus dem Landkreis Tuttlingen wurde jetzt vom zuständigen Amtsgericht wegen des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt in 44 Fällen per Strafbefehl zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt.

Wie die Zöllner der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Singen ermittelten, hat der Geschäftsinhaber über mehrere Jahre hinweg insgesamt 40 Arbeitnehmer nicht oder zumindest nicht ordnungsgemäß bei den zuständigen Sozialkassen angemeldet, um somit Sozialversicherungsbeiträge in nicht unerheblichem Umfang einsparen zu können.

Zu diesem Zweck wurde den fast ausschließlich in Südeuropa angeworbenen Arbeitnehmern ein Vollzeitarbeitsverhältnis versprochen. Tatsächlich jedoch wurden diese Personen lediglich als geringfügig Beschäftigte auf 450-Euro-Basis zur Sozialversicherung angemeldet, obwohl die tatsächlichen Arbeitszeiten oftmals zwischen 10 bis 16 Stunden täglich betrugen.

Die dabei angefallenen Mehrstunden wurden am Monatsende jeweils in bar als Schwarzgeld ausgezahlt beziehungsweise in Form von freier Kost und Logis verrechnet. Durch diese Vorgehensweisen hat der Geschäftsinhaber nicht nur versucht, sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen, sondern auch einen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern innerhalb seiner Branche.

Der Schaden für die Sozialkassen beträgt mehr als 150.000 Euro. Zur Schadenswiedergutmachung wurden rund 110.000 Euro Barvermögen des Verurteilten sichergestellt. Die darüber hinaus noch ausstehenden Sozialversicherungsbeiträge werden von dem Unternehmer ebenfalls noch nachgefordert.

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Kategorie: Zoll im Fokus
Quelle: www.zoll.de