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Schenken macht nicht immer Freude

2016-12-12 13:26:20

Ganz clever wähnte sich ein Unternehmer aus dem Landkreis Lörrach, der am 29. November 2016 160 Päckchen mit Schweizer Schokolade, die als Weihnachtspräsente für seine Kunden gedacht waren, über die Grenze schmuggeln wollte.

Zunächst reiste der Geschäftsinhaber mit seinem Privatauto über den Grenzübergang Rheinfelden-Autobahn nach Deutschland ein und wurde dort von den Kontrollbeamten des Hauptzollamts Lörrach nach mitgebrachten Waren befragt. Nur etwas Schokolade habe er dabei, so der Reisende. Die Fahrzeugkontrolle förderte im Kofferraum drei Kartons mit kleinen weihnachtlich verpackten Schokoladenpäckchen und aufgedruckten Weihnachtsgrüßen mit einem Rechnungswert von mehr als 2.000 Euro zutage.

Obwohl die Sendung zur gewerblichen Verwendung eingeführt wurde, ließen die Beamten Gnade vor Recht walten: Sie forderten den Unternehmer auf, seinen Pflichten nachzukommen und die Waren am Zollamt Rheinfelden-Autobahn zollrechtlich abfertigen zu lassen. Wenige Minuten später verließ der Unternehmer das Abfertigungsgebäude wieder und erklärte den Zöllnern, er fahre zurück zum Schweizer Händler, der ihm eine detaillierte Handelsrechnung ausstellen müsse. Bislang konnte er als Kaufbeleg nur eine Kassenquittung vorweisen. Unter Anleitung der Beamten wendete er sein Fahrzeug auf der Anlage, um über die Autobahnbrücke wieder in die Schweiz zu fahren.

Gute Absichten verfolgte der Mann jedoch nicht: Ortskundig versuchte er direkt erneut die Einreise über das Zollamt Grenzacherhorn. Dumm für ihn, dass die Kontrollbeamten in Rheinfelden schon mit der Taktik des Unternehmers gerechnet und sich mit einem Streifenfahrzeug inzwischen nach Grenzach-Wyhlen begeben hatten. Wenige Meter hinter dem Grenzübergang sichteten sie das Fahrzeug und hielten es erneut an. Auf die Frage, ob der Unternehmer denn die Sendung nun beim Zollamt Grenzacherhorn zur Einfuhr abgefertigt habe, musste dieser Farbe bekennen und verneinen.

Gegen den Unternehmer leiteten die Beamten vor Ort ein Strafverfahren wegen Verdachts eines Verstoßes gegen zoll- und steuerrechtliche Bestimmungen ein. Rund 330 Euro an Abgaben musste er dann schon einmal entrichten.

"Gewerbliche Einfuhren sind immer unaufgefordert zur zollrechtlichen Abfertigung anzumelden", so Antje Bendel, Pressesprecherin des Hauptzollamts Lörrach. Kontrollbeamter Roger Vogt ergänzte: "Anstelle der Eingangsabgaben hätte sich der Mann lieber den Ärger erspart. Schenken macht so sicher keine Freude!"

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Kategorie: Zoll im Fokus
Quelle: www.zoll.de