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Teure Urlaubsmitbringsel

2016-09-26 19:06:08

Gleich dreimal innerhalb weniger Tage finden Rosenheimer Zöllner bei Pkw-Kontrollen unverzollten Goldschmuck aus der Türkei.

Bei der Kontrolle einer britischen Familie am Samstag bemerkten die Zöllner am Handgelenk der Mutter einen auffallenden goldenen Armreif mit angehängten Münzen. Darauf angesprochen, gab die Frau zu, in ihrem Urlaub in der Türkei größere Mengen an Goldschmuck eingekauft zu haben.

Da auch für Briten (noch) die Einfuhrbestimmungen der EU gelten, hätten die Wertgegenstände bei der Rückkehr aus der Türkei angemeldet und versteuert werden müssen. Ein Versäumnis, das den Urlaubern nun teuer zu stehen kam. Neben den fälligen Einfuhrabgaben in Höhe von 795 Euro mussten sie zusätzlich 200 Euro als Sicherheit für die zu erwartende Strafe im eingeleiteten Steuerstrafverfahren zahlen. Da die Familienkasse unmittelbar nach dem Urlaub leer war, blieb den Zollbeamten nichts anderes übrig, als den Münzarmreif als Sicherheit einzubehalten. Bereits am nächsten Tag wurden die fälligen Abgaben und die Sicherheit entrichtet und so der Armreif wieder ausgelöst.

Noch am gleichen Tag hatten die Kontrollbeamten des Hauptzollamts Rosenheim einen weiteren Aufgriff dieser Art. Diesmal waren es deutsche Türkeiurlauber, die die Anmeldung ihres 1.216 Euro teuren Goldschmucks bei der Einreise in die EU "vergessen" hatten. Aufgrund der sofortigen Entrichtung der Einfuhrabgaben in Höhe von 267 Euro konnten die Beschuldigten den Schmuck zwar behalten, um die Einleitung eines Strafverfahrens wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung kamen auch sie nicht herum.

Nicht ganz so problemlos verlief die Kontrolle eines französischen Pkws auf dem Autobahnring München wenige Tage zuvor. Die Insassen, eine Familie aus Frankreich, hatten ihren Sommerurlaub ebenfalls in der Türkei verbracht. Bei der Durchsuchung des Gepäcks der Ehefrau des Fahrers stießen die Zöllner auf drei unverzollte Goldarmreife, zwei Paar Goldohrringe und sechs Goldmünzen. Daraufhin versuchte die Frau vehement Einfluss auf die Beamten auszuüben. Ihre Gefühlsausbrüche reichten von hysterischem Schreien bis hin zu mitleidigem Jammern und gipfelten in dem - zum Glück fehlgeschlagenen - Versuch, sich zu übergeben.

Die routinierten Beamten der Kontrolleinheit Verkehrswege blieben ruhig und verhinderten so die Eskalation der Situation. Für die Goldmünzen und die Ohrringe brauchten zwar keine Abgaben erhoben werden, da sie noch unter der Freimenge lagen. Für die drei unverzollten Armreife im Wert von 6.813 Euro stellten sie der Beschuldigten einen Steuerbescheid über 1.497 Euro aus. Zudem erhielt sie eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und wurde aufgefordert, eine Sicherheit in Höhe von 400 Euro zu entrichten. Da sich die Frau weigerte, die Beträge vor Ort zu bezahlen, stellten die Zollbeamten einen Armreif im Wert von circa 2.400 Euro sicher.

Das Hauptzollamt Rosenheim empfiehlt allen Urlaubern, sich rechtzeitig vor Reiseantritt über die gültigen Zollvorschriften und Freimengen zu informieren. Neben dem Internetauftritt www.zoll.de gibt es dazu für alle Smartphones die kostenlose App "Zoll und Reise".

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Kategorie: Zoll im Fokus
Quelle: www.zoll.de