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Schlag gegen organisierte Kriminalität

2016-09-29 12:36:52

In Hessen ist Ermittlern der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Gießen und der Steuerfahndungen Frankfurt am Main und Wiesbaden unter Führung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ein Schlag gegen das organisierte Verbrechen auf dem Bau gelungen.

Die Ermittlungsgruppe "Phantom" des Zolls, die Steuerfahndung Wiesbaden und die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main haben heute in einer großangelegten Festnahme- und Durchsuchungsaktion mit fast 300 Beamten von Zoll, Polizei und Steuerfahndung zeitgleich 23 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Die Maßnahmen richteten sich gegen zwei mutmaßliche Tätergruppen aus dem Bereich der organisierten Kriminalität im Baugewerbe, die gegenseitig voneinander profitierten. Der Schwerpunkt der Aktion war in Frankfurt am Main und dem Rhein-Main-Gebiet.

Gegen sechs mutmaßliche Drahtzieher des Schwarzarbeits-Netzwerks lagen bereits Haftbefehle des Amtsgerichts Frankfurt am Main vor, die vollstreckt wurden. Wegen besonderer Gefährdungslagen aufgrund ihrer Gewaltbereitschaft und wegen Verdunklungsgefahr wurden vier Verdächtige in den frühen Morgenstunden durch eine Spezialeinheit des Zollkriminalamts sowie ein Sondereinsatzkommando der hessischen Polizei festgenommen.

"Es handelt sich bei dem Geschäftsgebaren der Beschuldigten um einen sogenannten Kettenbetrug, bei dem mit fingierten Zahlungen und Scheinrechnungen von mehreren Scheinfirmen Schwarzgeld generiert wurde, um damit die Schwarzarbeiter zu bezahlen. Dabei bedienten sie sich einem Geflecht von etlichen Firmen, um die kriminellen Taten zu verdecken, Einnahmen zu verschleiern und Kontrollen zu erschweren", sagte Michael Bender, Pressesprecher des Hauptzollamts Gießen.

Auf die Schliche kam der Zoll der Bande bei Ermittlungen in einem ähnlichen Fall im vorigen Jahr. Dort tauchten Firmennamen des jetzt zerschlagenen Konstrukts auf. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft beauftragte das Hauptzollamt mit den Ermittlungen, die der Zoll vom Standort Fulda aus führte. Unter dem Namen "Phantom" gelang es der Fuldaer Finanzkontrolle Schwarzarbeit nicht nur, die kriminellen Machenschaften von drei Baufirmen und ihren Geschäftsführern aufzudecken, sondern sie entlarvte auch ein Netzwerk von mehreren Scheinfirmen.

Bei den mutmaßlichen Tätern, die heute in Frankfurt am Main, Offenbach und Griesheim verhaftet wurden, handelt es sich um zwei Serben im Alter von 38 und 51 Jahren, einen 25-jährigen Slowaken, eine 61-jährige Deutsche kroatischer Herkunft sowie die beiden Köpfe der Gruppen, einen 47-jährigen Serben und einen 63-jährigen Deutschen mit bosnisch-herzegowinischer Herkunft. Darüber hinaus wurde ein 24-jähriger Serbe bei seiner Ankunft mit dem Zug am Frankfurter Hauptbahnhof durch ein Sondereinsatzkommando vorläufig festgenommen. Er soll dem Haftrichter vorgeführt werden.

Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter auch Computer und Mobiltelefone, die durch Spezialkräfte des Zolls für IT-Forensik ausgewertet werden. In Folge der Maßnahmen wurden Personen, die dem Täterkreis zugeordnet werden, eingehend vernommen und Vermögenswerte arrestiert. Speziell geschulte Finanzermittler des Zolls sicherten zur Schadenswiedergutmachung umfangreiche Vermögenswerte und pfändeten Konten und offene Forderungen für erbrachte Bauleistungen.

Bei dem Einsatz wurden auch drei Bargeldspürhunde des Zolls eingesetzt, die in mehreren Durchsuchungsobjekten nach verstecktem Geld schnüffelten. Insgesamt beschlagnahmten die Zöllner mehr als 90.000 Euro. Darunter 67.000 Euro, die im Keller einer Wohnung in einer Weinkiste mit doppeltem Boden entdeckt wurden. Bei einem der Hauptverdächtigen stellten die Fahnder neben einer kleinen Menge Marihuana eine Pistole Kaliber neun Millimeter und etliche Schuss Munition sicher. In einer Wohnung wurden ein Springmesser und ein Schlagring gefunden.

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Kategorie: Zoll im Fokus
Quelle: www.zoll.de