DeutschEnglischFranzösisch
Jahr
Suchen: TARIC oder Warenbeschreibung

Staatssekretär Uwe Beckmeyer im Interview mit dem Tagesspiegel Politikmonitoring

2016-09-22 23:47:58

Tagesspiegel: Das BMWi ist nicht nur durch die Zuständigkeit für die maritime Wirtschaft ein wichtiger Akteur in der Verkehrspolitik. Was waren aus Ihrer Sicht bisher die wichtigsten verkehrspolitischen Weichenstellungen in dieser Legislaturperiode?

Staatssekretär Uwe Beckmeyer: Investitionen sind das Fundament für Wachstum und Beschäftigung unserer Volkswirtschaft. Dazu gehören auch mehr Mittel für den Verkehrsbereich. Die Bundesregierung hat in dieser Legislaturperiode die Investitionen in diesem Bereich substanziell erhöht. Zudem hat sie zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Rahmenbedingungen für geplante Investitionsvorhaben deutlich zu verbessern. Davon profitieren insbesondere die deutschen See- und Binnenhäfen, die in hohem Maße zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen: Im Januar haben wir das neue Nationale Hafenkonzept für die See- und Binnenhäfen beschlossen, mit dem wir den Hafenstandort Deutschland stärken. Seit Anfang des Monats liegt zudem der Bundesverkehrswegeplan 2030 vor. Auch in der Maritimen Agenda 2025 der Bundesregierung, die wir aktuell erarbeiten, ist die Infrastrukturpolitik eine wichtige Säule.

Beckmeyer: Mit dem Forschungsprogramm "Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien" fokussiert das BMWi seine Förderung im Verkehrsbereich zum einen auf automatisiertes und vernetztes Fahren. Dort werden gegenwärtig zwei Leuchtturmprojekte mit großer Branchenrelevanz und einer Fördersumme von jeweils mehr als 15 Mio. Euro gefördert. Ein drittes Großprojektes mit dem Fokus auf der Vernetzung der Fahrzeuge startet demnächst. Ein wichtiges Augenmerk liegt dabei auf dem innerstädtischen Bereich.

Tagesspiegel: Worin sehen Sie aus der Perspektive des BMWi die zentralen verkehrspolitischen Aufgaben in der nächsten Legislatur?

Beckmeyer: Damit die Energiewende gelingt, muss auch der Verkehrssektor seinen Beitrag leisten. Deshalb müssen wir deutlich mehr Verkehr auf Schiene und Straße verlagern. Daneben muss es um den verstärkten Einsatz "sauberer" Kraftstoffe gehen - z.B. die vermehrte Nutzung von LNG im Schiffs- und im Schwerlastverkehr. Der nationale Klimaschutzplan 2050 wird hierbei sicherlich ein wichtiger Meilenstein sein.

Tagesspiegel: Die Schifffahrt ist weltweit für zwei Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich und hat noch viel Potential in puncto Klimaschutz. Welche Schwerpunkte setzt Ihr Ministerium in diesem Bereich und werden die Bemühungen im Hinblick auf das Pariser Klimaabkommen künftig intensiviert?

Das BMWi unterstützt Innovationen, Forschung und Entwicklung für emissionsarme Antriebstechnologien im Rahmen seines Förderprogrammes "Maritime Technologien der nächsten Generation" mit einem Volumen von 32,2 Millionen Euro. Technologien, die erstmals im europäischen Schiffbau zum Einsatz kommen, fördert unser Programm "Innovativer Schiffbau sichert wettbewerbsfähige Arbeitsplätze"; das Fördervolumen beträgt 25 Millionen Euro. Zudem wird es künftig im Rahmen unserer Energieforschung einen neuen Schwerpunkt für Gasmotoren geben.

Tagesspiegel: Neben dem Klimaschutz ist die Digitalisierung ein weiteres wichtiges Thema, das den Verkehrssektor in den nächsten Jahren beschäftigen wird. Der Hafen Hamburg gilt mit seiner IT-Logistikplattform "Smart Port Logistics" deutschlandweit als Vorreiter der Digitalisierung. Welche Anreize und Hilfestellungen plant Ihr Ministerium, um landesweit Smart Ports und die Entwicklung zur "Schifffahrt 4.0" zu fördern?

Beckmeyer: Digitale Technologien sind aus der maritimen Produktion nicht mehr wegzudenken. Mit dem Prozess "Industrie 4.0" verbinden sich für die maritime Industrie erhebliche Chancen: Denn mit der fortschreitenden Digitalisierung werden Produktionsprozesse gestrafft, die Produktqualität verbessert sowie Voraussetzungen für die "autonome" Schifffahrt geschaffen.

Dabei spielen Echtzeitdienste eine wichtige Rolle, z.B. wenn es um Kollisionsvermeidung, Brückenassistenzsysteme oder die Küstenüberwachung geht. Das BMWi unterstützt Wirtschaft und Wissenschaft bei der Entwicklung von "Real Time"-Diensten.

« Vorige | Nächste »
Kategorie: BMWi Wirtschaft
Quelle: www.bmwi.de