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Rauschgift im Schachbrett

2016-08-26 14:16:14

Am 15. Juni 2016 kontrollierten Beschäftigte des Hauptzollamts Frankfurt am Main eine Postsendung aus China, die für einen privaten Empfänger in Deutschland bestimmt war. In dem Paket befanden sich sieben Schachbretter aus Sperrholz mit den dazugehörigen Figuren.

Das hohe Gewicht der Bretter veranlasste die Zöllner, die Sendung genauer in Augenschein zu nehmen. Nachdem eines der Bretter geöffnet war, trat eine cremefarbige, feinpulverisierte Substanz zum Vorschein. Anschließend wurden alle Schachbretter geröntgt. Auf den Bildern war eindeutig zu erkennen, dass überall diese Substanz enthalten war.

Da die herkömmlichen Drogenschnelltests negativ waren, wurde das Pulver mit dem Raman-Handspektrometer "First Defender" überprüft. Der erbrachte das Ergebnis "Ephedrin HCL". Die anschließende zollamtliche Laboranalyse bestätigte das Ergebnis. Insgesamt wurde eine Menge von 427,9 Gramm festgestellt.

Der "First Defender" wird zur schnellen Identifikation von flüssigen und festen Gefahrenstoffen eingesetzt. Er misst berührungslos und zerstörungsfrei auch durch transparente Glas- oder Kunststoffbehälter. Die integrierte Chemikalien-Datenbank liefert zusätzliche Gefahrstoff- und Sicherheitsinformationen.

Ephedrin kann als Grundstoff für die Drogenherstellung verwendet werden und unterliegt daher dem Grundstoffüberwachungsgesetz. Wegen seiner leistungssteigernden Wirkung wird es auch oft als Dopingmittel eingesetzt.

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Kategorie: Zoll im Fokus
Quelle: www.zoll.de