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Urteil gegen organisierte Arzneimittelkriminalität

2016-05-12 22:15:38

Nach mehr als einjährigen, aufwendigen Ermittlungen konnte das Zollfahndungsamt Essen im Auftrag der Staatsanwaltschaft im September 2015 mehrere Festnahmen durchführen und rund 3,5 Millionen Arzneimittel, 440.000 Euro sowie teure Pkws und Luxusuhren beschlagnahmen. Der Schwarzmarkwert der illegalen Pillen betrug rund 14 Millionen Euro.

Es handelt sich um einen besonders schweren Fall des Handeltreibens mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln über zahlreiche, augenscheinlich deutsche Plattformen im Internet. Außerdem wurde den Beschuldigten besonders schwere (bandenmäßig begangene) Steuerhinterziehung zur Last gelegt.

Der Duisburger Drahtzieher, ein 43-jähriger "Kaufmann", erhielt eine Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten. Er war für die gesamte Organisation, Abwicklung und den Geldverkehr in Deutschland verantwortlich.

Sein 35-jähriger, seinerzeit in den Niederlanden festgenommener Kompagnon, ein Niederländer mit indischen Wurzeln, der für den Einkauf der illegalen Arzneimittel insbesondere in Indien zuständig war und sein europäisches Netzwerk für die Importe in die EU nutzte, wurde ebenfalls zu fünf Jahren und drei Monaten verurteilt.

Die beiden Köpfe der Bande sitzen bereits in Haft. Die weiteren beteiligten Täter wurden zu Strafen von einem Jahr bis zu zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Die Bekämpfung der Arzneimittelkriminalität, vornehmlich über das Internet vertriebener Potenz-, Schlankheits- und Beruhigungsmittel beschäftigt die Ermittlerinnen und Ermittler des Zollfahndungsamts Essen bereits seit Jahren. Immer wieder geraten bandenmäßig agierende, internationale Tätergruppierungen wie diese in den Fokus der Ermittlungsbehörden.

"Die unkomplizierte rezeptfreie Bestellung im Internet ohne den gegebenenfalls peinlichen Besuch beim Arzt, der niedrige Preis, Bezahlung auf ein deutsches Konto und die Lieferung frei Haus verleiten viele Menschen dazu, illegale Medikamente im Internet zu bestellen. Sie bedrohen damit ihre eigene Gesundheit und unterstützen - wahrscheinlich eher unbewusst - die organisierte, grenzüberschreitende Kriminalität", so die Sprecherin des Zollfahndungsamts Essen, Ruth Haliti. "Günstigstenfalls enthalten die Medikamente keine Wirkstoffe. Viele Präparate haben aber auch undurchschaubare Dosierungen und sind unter zweifelhaften hygienischen Bedingungen produziert worden. Finger weg von illegalen Arzneimitteln über das Internet! Nur der Arztbesuch und Apotheken, auch die zertifizierten Online-Apotheken, geben dem Verbraucher Sicherheit!"

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Kategorie: Zoll im Fokus
Quelle: www.zoll.de