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Geschmuggelt unter Schmutzwäsche

2016-05-12 14:17:06

360 Tabletten und 96 Ampullen Anabolika fanden Zöllner am Düsseldorfer Flughafen am 11. Mai 2016 bei einem Reisenden aus Ägypten. Der 34-jährige Beschuldigte wollte den Zollbereich durch den grünen Ausgang für anmeldefreie Waren verlassen, als Zöllner ihn zur Kontrolle des Reisegepäcks baten. In einer Plastiktüte fanden sie zunächst eine kleine Menge Kapseln und Tabletten. Die Frage, ob er noch mehr Medikamente mitführe, verneinte der Reisende.

Allerdings befanden sich in einer weiteren Plastiktüte mit gebrauchter Wäsche, in Socken und Unterhosen eingerollte Ampullen mit Anabolika (überwiegend Testosteron) sowie eine lose Schüttung bunter Tabletten gegen Brustkrebs, Impotenz und Herzprobleme. Die erneute Frage nach weiteren Medikamenten und Anabolika verneinte der Reisende erneut und fügte hinzu: "Ist doch Medizin und nicht schlimm, oder? In Deutschland wäre das viel zu teuer."

Da die Zöllner den Worten des Beschuldigten mittlerweile keinen Glauben mehr schenkten, suchten sie weiter und vernahmen aus verschiedenen Creme- und Duschgelspendern gläserne Klappergeräusche. Sie zerschnitten daraufhin alle Spender und fanden weitere 65 Ampullen mit Anabolika.

Die Zöllner leiteten gegen den Beschuldigten ein Strafverfahren wegen Bannbruchs (Einfuhr verbotener Gegenstände) und wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz ein. Die Medikamente und Anabolika stellten sie sicher.

Die Kombination aus geschmuggelten Anabolika und Medikamenten ist nicht ungewöhnlich. Als Nebenwirkungen solcher Anabolikakuren werden häufig Impotenz (gerade infolge der Einnahme von Testosteron), ein erhöhtes Krebsrisiko und Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems beobachtet. Mit den Medikamentencocktails wollen die Betroffenen diesen negativen Folgeerscheinungen entgegenwirken, erhöhen dabei allerdings noch das Gesundheitsrisiko durch unabsehbare Wechselwirkungen der verschiedenen Präparate.

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Kategorie: Zoll im Fokus
Quelle: www.zoll.de