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Schwarzarbeit - kein Kavaliersdelikt

2016-02-26 16:16:45

Aufgrund von Ermittlungen der Hauptzollämter Aachen und Krefeld konnte einem Arbeitgeber aus der Aachener Region nachgewiesen werden, dass er in der Zeit von Mai 2008 bis Dezember 2010 und von Januar 2012 bis April 2013 in insgesamt 54 Fällen Sozialversicherungsbeiträge von mehr als 210.000 Euro vorenthielt. Innerhalb der genannten Tatzeiträume verkürzte er darüber hinaus Lohnsteuer in Höhe von 44.638 Euro, hinterzog Umsatzsteuer von mehr als 268.000 Euro und bezog aufgrund falscher Angaben Arbeitslosengeld von 4.661 Euro.

Bei Ihrer Prüfung stellten die Zollbeamten fest, dass der in der Security-Branche tätige 45-jährige Unternehmer eine Vielzahl von Arbeitnehmern beschäftigte, die er entgegen seiner Verpflichtung nicht ordnungsgemäß bei den zuständigen Trägern der Sozialversicherung anmeldete. Hierbei gab er Arbeitnehmer als geringfügig Beschäftige an, obwohl sie einen über 400 Euro hinausgehenden Arbeitslohn erhielten. Den über die 400-Eurogrenze hinausgehenden Lohn konnte er an seine Arbeitnehmer auszahlen, indem er die Auszahlungsbeträge auf Arbeitnehmer verbuchte, die ausschließlich nur auf dem Papier in seinem Unternehmen beschäftigt waren.

Weiterhin verschwieg er den zuständigen Finanzämtern in Geilenkirchen und Jülich im Rahmen der monatlich abzugebenden Lohnsteueranmeldungen die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden seiner Arbeitnehmer, sodass insgesamt 44.368 Euro an Lohnsteuer verkürzt wurden. In insgesamt zehn Fällen gab er im Tatzeitraum keine monatliche Umsatzsteuervoranmeldung ab, wodurch Steuern in Höhe von 268.564 Euro hinterzogen wurden.

Schließlich erhielt er zudem noch für fünf Monate im Jahr 2013 zu Unrecht Sozialleistungen in Höhe von 4.661 Euro von der Agentur für Arbeit. Nach Erkenntnissen der ermittelnden Beamten hatte sich der Unternehmer für diese Zeit arbeitslos gemeldet und erklärt, in einem abhängigen Arbeitsverhältnis zu stehen. Aufgrund der falschen Angaben erfolgte die Leistungsbewilligung zu Unrecht.

Das Amtsgericht Aachen verhängte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten und setzte die Vollstreckung zur Bewährung aus, da sich der Angeklagte umfassend um Schadenswiedergutmachung bemüht und bisher nicht mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist.

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Kategorie: Zoll im Fokus
Quelle: www.zoll.de