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Großeinsatz gegen Zigarettenmafia

2016-02-25 16:15:19

Nach langwierigen Ermittlungen des Dezernats für Organisierte Kriminalität des Landespolizeipräsidiums Saarland und des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main - Dienstsitz Kaiserslautern - konnten am 24. Februar 2016 im Landkreis St. Wendel zwei Männer im Alter von 25 und 44 Jahren sowie eine 37-jährige Frau in Sulzbach wegen Verdachts des Einfuhrschmuggels von Feinschnitttabak und der Geldwäsche festgenommen werden. Daneben durchsuchten die Beamten die Wohnungen der Festgenommenen sowie weiterer Tatverdächtiger zum Zweck des Auffindens von Beweismitteln und der Sicherstellung von Verfalls- oder Einziehungsgegenständen.

Die Beschuldigten kauften eine große Menge Feinschnitttabak bei einer Vielzahl von Beschaffungsfahrten in Luxemburg und verbrachten diese zunächst in eine eigens dafür angemietete Halle im Nordsaarland. Hier wurden die Tabakpäckchen professionell umgepackt, um beim Weitertransport nach England die Entdeckung durch die Zollbehörden zu umgehen. Die Versendung der Pakete erfolgte über einen Paketdienst. Beim Eintreffen in England nahmen dort wohnhafte Bandenmitglieder die Pakete in Empfang und verkauften sie mit hohem Gewinn unter Hinterziehung der Verbrauchsteuer. Bisher kann durch Ermittlungen der Versand von circa 2.000 Paketen, in denen sich circa 30 Tonnen Feinschnitttabak befanden, nachgewiesen werden. Der Steuerschaden dürfte sich im Millionenbereich bewegen. Daneben ergaben die Recherchen, dass die Hauptverdächtigen im Landkreis Neunkirchen mit den strafbar erlangten Gewinnen eine Immobilie erwarben.

Bei der am 24. Februar 2016 durchgeführten konzertierten Aktion mit 68 Beamten des Landespolizeipräsidiums und 27 Beamten des Zollfahndungsamts wurden mit entsprechenden Beschlüssen des Amtsgerichts Saarbrücken fünf Wohnungen (drei im Landkreis St. Wendel, je eine in Sulzbach und Merzig) und ein gewerbliches Objekt im Landkreis St. Wendel durchsucht, wobei umfangreiche Beweismittel (Tabak, Verpackungsmaterial, schriftliche Aufzeichnungen) sowie Verfalls- und Einziehungsgegenstände sichergestellt werden konnten.

Daneben konnte ein Haftbefehl gegen einen Mann, 44 Jahre alt, vollstreckt werden. Bei zwei weiteren festgenommenen Personen, ein Mann (25) und eine Frau (37), wurde über die Staatsanwaltschaft Saarbrücken Haftbefehl beantragt. Nach Verkünden der Haftbefehle wurden die Beschuldigten in die Justizvollzugsanstalten Saarbrücken und Zweibrücken eingeliefert. Mit europäischen Haftbefehlen gegen vier Männer im Alter von 28, 36, 37 und 47 Jahren wird derzeit in enger Zusammenarbeit mit den polnischen und englischen Behörden gefahndet.

Zum Zwecke der Beschlagnahme von Vermögen, das den Beschuldigten gehört beziehungsweise das sie durch die Straftaten erlangten, erließ das Amtsgericht Saarbrücken einen Arrestbeschluss über einen Gesamtbetrag von 2,5 Millionen Euro, der durch die Beamten des Landespolizeipräsidium Saarland zeitgleich vollstreckt wurde.

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Kategorie: Zoll im Fokus
Quelle: www.zoll.de