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Einreise mit Arzneikoffer

2016-02-04 21:16:08

Über 1.500 Tabletten verschiedener Medikamente wollte ein Reisender aus Russland nach Deutschland einführen. Zöllner am Düsseldorfer Flughafen baten den 62-Jährigen im grünen Ausgang für anmeldefreie Waren zur Röntgenkontrolle des Reisegepäcks. Auf den Röntgenbildern waren die vielen Tabletten bereits gut zu erkennen.

Auf Befragen gab der Beschuldigte an, er habe die russischen Medikamente für sich und seine Frau mitgebracht. Beide seien auf die Tabletten zur Nachbehandlung einer Erkrankung angewiesen.

Da der Verkehr mit Arzneimitteln in Deutschland zum Schutz der Bevölkerung vor gesundheitlichen Schäden strengen Vorschriften unterliegt, leiteten die Zöllner gegen den Beschuldigten ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz ein.

Da der Reisende die Tabletten nach eigenen Angaben dringend benötige, überließen sie ihm genug Medikamente, um sich bei seinem Arzt in Deutschland zugelassene Präparate verschreiben lassen zu können.

Bei der Ein- oder Wiedereinreise nach Deutschland dürfen Arzneimittel in einer dem üblichen persönlichen Bedarf des Reisenden entsprechenden Menge eingeführt werden.

Als üblich ist dabei ein Bedarf von maximal drei Monaten je Arzneimittel, unter Berücksichtigung der Dosierungsempfehlungen, anzusehen. Hierbei kommt es nicht darauf an, ob die Arzneimittel bereits aus Deutschland mitgenommen wurden und hierher zurückverbracht werden, oder ob sie im Ausland erworben wurden. Ebenfalls ist es unerheblich, ob die Arzneimittel in Deutschland zugelassen beziehungsweise registriert sind.

Jedoch ist zu beachten, dass Präparate, die im Ausland frei gehandelt werden, wie zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel, hoch dosierte Vitaminpräparate oder rein pflanzliche Naturheilmittel, insbesondere wenn diese als Mittel zur Behandlung von Krankheiten dargestellt werden, in Deutschland als Arzneimittel gelten können und damit dem Arzneimittelgesetz unterliegen.

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Kategorie: Zoll im Fokus
Quelle: www.zoll.de