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Neue Beratungsangebote für Beschäftigte in der Fleischindustrie

2016-02-01 09:01:06

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) stellt 500.000 Euro für die Schaffung dezentraler Beratungsstellen für Beschäftigte der Fleischwirtschaft zur Verfügung. Die Mittel werden für die Schaffung eines Handlungsschwerpunkts "Fleischwirtschaft" innerhalb des Beratungsprojekts "Faire Mobilität - Arbeitnehmerfreizügigkeit sozial, gerecht und aktiv" des Deutschen Gewerkschaftsbunds eingesetzt. Das BMWi schließt sich damit der bestehenden Förderung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales an. Damit geht das Projekt mit einem weiteren Schwerpunkt in eine neue Runde.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles: "Mit dem Projekt "Faire Mobilität" informieren und beraten wir erfolgreich seit vielen Jahren in Deutschland arbeitende Beschäftigte - vor allem aus den mittel- und osteuropäischen Mitgliedstaaten - und klären sie in ihren jeweiligen Muttersprachen über ihre Arbeitnehmerrechte auf. Ich freue mich sehr über den neuen, zusätzlichen Handlungsschwerpunkt "Fleischindustrie", mit dem wir das Projekt thematisch noch breiter aufstellen. So wollen wir mobile Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Ausbeutung schützen - und zugleich zu konkreten Verbesserungen für die Unternehmen in der Fleischindustrie kommen und dadurch den Standort Deutschland insgesamt als Garant für gute Arbeit stärken."

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel: "Mir ist es wichtig, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in der Fleischindustrie rasch und nachhaltig zu verbessern. Einen ersten, wichtigen Schritt haben wir hierzu bereits mit der Selbstverpflichtung der Branche auf bessere Arbeitsbedingungen gemacht. Denn es ist zunächst Aufgabe der Unternehmen, der Verantwortung für die in ihren Betrieben tätigen Beschäftigten gerecht zu werden. Nun flankieren wir diese Initiative, indem wir die Beschäftigten über ihre Rechte in diesem Land stärker informieren und sie bei Problemen beraten lassen. Daneben laufen die Arbeiten an einer besseren Regulierung und an einer Verbesserung der Kontrolle vor Ort weiter. Das treibt Ministerin Nahles mit Nachdruck voran und dafür bin ich ihr sehr dankbar."

Das Beratungs- und Informationsprojekt "Faire Mobilität - Arbeitnehmerfreizügigkeit sozial, gerecht und aktiv" wird seit 1. August 2011 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert und vom Deutschen Gewerkschaftsbund und dessen Partnern umgesetzt. Das kostenlose Angebot richtet sich an Arbeitskräfte aus anderen europäischen Ländern und hilft ihnen dabei, gerechte Löhne und faire Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Dies geschieht durch arbeitsrechtliche und sozialrechtliche Information und Erstberatung in der jeweiligen Muttersprache in Beratungsstellen in bisher sechs Ballungszentren (Kiel, Dortmund, Berlin, Frankfurt a.M., Stuttgart, München). Mit den Mitteln des BMWi wird die Informations- und Beratungsarbeit um den Handlungsschwerpunkt "Fleischindustrie" ausgeweitet, das Projekt bekommt zusätzliches Personal und eröffnet eine neue Beratungsstelle im niedersächsischen Oldenburg.

Mit "Faire Mobilität" reagiert die Bundesregierung auf die wachsende Arbeitskräftemobilität in der Europäischen Union und die unzureichenden Informationen bei europäischen Arbeitskräften über arbeits- und sozialrechtliche Bedingungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Von dem Angebot profitieren vor allem mobile Beschäftigte aus dem europäischen Ausland, die in Branchen arbeiten, in denen aufgrund der hohen Personalintensität ein starker Lohndruck herrscht. Mit der Anbindung der Förderung an den Deutschen Gewerkschaftsbund können für die konkrete Beratungsarbeit zusätzliches Know-how und andere gewerkschaftliche Ressourcen aktiviert werden. Gleichzeitig erfüllen die Gewerkschaften eine wichtige Brückenfunktion zu Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die kurz- oder mittelfristig in Deutschland arbeiten und in aller Regel keine Gewerkschaftsmitglieder sind.

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Kategorie: BMWi Wirtschaft
Quelle: www.bmwi.de