DeutschEnglischFranzösisch
Jahr
Suchen: TARIC oder Warenbeschreibung

Uwe Beckmeyer im Interview mit der Nordsee-Zeitung

2016-01-19 23:47:56

Nordsee-Zeitung (NZ): Das letzte Nationale Hafenkonzept ist noch keine sieben Jahre alt - was will die Bundesregierung mit der Neuauflage erreichen?

Staatssekretär Beckmeyer: Der Hafensektor wandelt sich rasant - Stichwort "Industrie 4.0" oder Umweltstandards. Darauf müssen wir reagieren. Mit dem neuen Hafenkonzept sorgen wir dafür, dass die Häfen diese Zukunftsaufgaben gut bewältigen.

Staatssekretär Beckmeyer: Die Konkurrenz ist beinhart, und schwacher China-Handel und Russland-Sanktionen bleiben nicht ohne Folgen für die Häfen. Prognosen für 2016 sind daher schwierig. Klar ist: Um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben, dürfen die Häfen nicht durch fehlende Infrastruktur behindert werden. Deshalb brauchen wir bei Elb- und Weservertiefung rasch eine Entscheidung der Gerichte.

NZ: Das Hafenkonzept sieht eine Förderung innovativer Hafentechnologien vor. Viele Hafenarbeiter fürchten aber gerade, dass durch eine Automatisierung des Umschlags ihre Arbeitsplätze verloren gehen. Wie gehen Sie als Sozialdemokrat und Wirtschaftspolitiker damit um?

Staatssekretär Beckmeyer: Mit der Digitalisierung verändert sich grundlegend, wie wir wirtschaften und arbeiten. Wir haben deshalb im BMWi die "Dialogplattform Industrie 4.0" geschaffen; hier geht es z.B. um die Frage, was wir tun müssen, um die Beschäftigten fit für die neuen Anforderungen zu machen. Mir ist es wichtig, dass die maritime Wirtschaft hier mit im Boot ist.

NZ: Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe mahnt die schnellere Umsetzung des "überfälligen Ausbaus" der Verkehrswege von und zu den Häfen an. Geht es aus Ihrer Sicht auch zu langsam voran mit neuen Autobahnen und Schienenstrecken? Und was muss passieren, damit es schneller geht?

Staatssekretär Beckmeyer: Die Bundesregierung macht Tempo. Wir haben im Haushalt 2016 zusätzliche Mittel für Investitionen in die Verkehrswege bereitgestellt. Noch besser können wir bei der Vernetzung von See- und Binnenhäfen werden; auch diese Maßnahme findet sich übrigens im Hafenkonzept.

NZ: Das Hafenkonzept beinhaltet auch die verstärkte Ausbildung von Hafenfacharbeitern. Können die Häfen eine Rolle bei der Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt spielen?

Staatssekretär Beckmeyer: Das Nationale Hafenkonzept verdient seinen Namen, denn es bindet alle Akteure der maritimen Branche ein. Aufgabe der Hafenwirtschaft ist es, heute auszubilden, damit morgen genügend Fachkräfte da sind. Das bietet auch neue Chancen für diejenigen, die es bisher am Arbeitsmarkt schwerer hatten als andere.

« Vorige | Nächste »
Kategorie: BMWi Wirtschaft
Quelle: www.bmwi.de