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Verbraucherpreise 2015: + 0,3 % gegenüber dem Vorjahr

2016-01-19 13:15:49

WIESBADEN - Im Jahresdurchschnitt 2015 erhöhten sich die Verbraucherpreise in Deutschland gegenüber 2014 um 0,3 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist die Jahresteuerungsrate somit seit 2011 rückläufig (2011:  2,1 %). Zuletzt hatte es eine derart niedrige Teuerungsrate im Jahr 2009 mit  0,3 % gegeben. Im Dezember 2015 lag die Inflationsrate - gemessen am Verbraucherpreisindex - bei  0,3 % gegenüber Dezember 2014 und damit etwas niedriger als im November 2015 (  0,4 %).  

Die geringe Jahresteuerungsrate 2015 wurde im Wesentlichen durch die Preisentwicklung der Energieprodukte geprägt. Energie insgesamt verbilligte sich 2015 gegenüber 2014 erheblich um 7,0 %. Die Tendenz sinkender Energiepreise aus dem Vorjahr hat sich damit 2015 noch verstärkt (2014: − 2,1 % gegenüber 2013) und ist im Wesentlichen auf den Preisverfall bei Rohöl auf dem Weltmarkt zurückzuführen. 2015 gingen im Vergleich zum Vorjahr vor allem die Preise für leichtes Heizöl (− 23,1 %) und Kraftstoffe (− 10,0 %) zurück. Neben den starken Preisrückgängen bei Mineralölprodukten gab es auch sinkende Preise für andere Energieprodukte (zum Beispiel Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme: − 5,6 %; Gas: − 1,5 %; Strom: − 0,8 %). Ohne Berücksichtigung der Energie lag die Jahresteuerungsrate 2015 bei  1,1 %. 

Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt erhöhten sich 2015 um 0,8 % gegenüber 2014 und wirkten im Jahresdurchschnitt im Gegensatz zur Energie preistreibend. Im Einzelnen gab es gegenläufige Preisentwicklungen: Deutlich teurer waren insbesondere Obst (  5,0 %) und Gemüse (  5,3 %). Günstiger wurden vor allem Molkereiprodukte und Eier (− 4,3 %) sowie Speisefette und Speiseöle (− 4,8 %). 

Energie verbilligte sich im Dezember 2015 um 6,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Preisrückgang bei Energie hat sich damit zum Jahresende weiter abgeschwächt (Oktober 2015: − 8,6 %, November 2015: − 7,5 %). Binnen Jahresfrist gingen die Preise im Dezember 2015 für alle Haushaltsenergieprodukte zurück, insbesondere für leichtes Heizöl (− 23,3 %) sowie Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme (− 9,2 %). Deutlich günstiger waren auch Kraftstoffe (− 7,5 %). Die Energiepreise beeinflussten auch im Dezember 2015 die Inflationsrate maßgeblich: Ohne Berücksichtigung der Energie betrug die Teuerungsrate 1,1 %. 

Waren insgesamt verbilligten sich im Dezember 2015 im Vergleich zum Dezember 2014 um 0,6 %, vor allem infolge der erheblichen Preisrückgänge bei Energie. Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich hingegen im gleichen Zeitraum um 1,2 %, im Wesentlichen beeinflusst durch die Entwicklung bei Nettokaltmieten (  1,0 %). Teurer waren unter anderem Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (  2,6 %), Verpflegungsdienstleistungen in Restaurants, Cafés und Straßenverkauf (  2,8 %) sowie Friseurleistungen und andere Dienstleistungen für Körperpflege (  3,6 %). Etwas billiger hingegen wurden insbesondere Telekommunikationsdienstleistungen (− 1,5 %). 

Im Vergleich zum Vormonat November 2015 sank der Gesamtindex im Dezember 2015 um 0,1 %. Binnen Monatsfrist wurden im Dezember 2015 erneut Preisrückgänge bei Energie (− 2,9 %) ermittelt, insbesondere bei leichtem Heizöl (− 14,5 %) und Kraftstoffen (− 4,4 %). Verbraucherfreundlich war auch die Preisentwicklung bei Bekleidung und Schuhen (− 2,7 %) infolge der bereits erheblichen Preisnachlässe für einzelne Artikel. Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt gingen im Vormonatsvergleich nur leicht zurück (− 0,4 %). Die jährlichen Tarifpreisänderungen der Bahn am Jahresende fielen im Vergleich zu den Vorjahren eher moderat aus: So erhöhten sich die Preise für Fahrkarten im Nahverkehr um 1,0 %, gingen aber im Fernverkehr um 0,4 % zurück. Für Pauschalreisen mussten Verbraucher im Reisemonat Dezember jedoch auch 2015 deutlich mehr bezahlen (  13,7 % gegenüber November 2015).

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Kategorie: Statistisches Bundesamt Aktuell
Quelle: www.destatis.de