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Zoll zerschlägt Untergrundlabor für Anabolika

2015-12-17 22:17:51

59 Beamte des Zollfahndungsamts Hamburg haben am 8. Dezember 2015 nach mehrmonatigen Ermittlungen gegen mutmaßliche Anabolikahändler im Auftrag der Staatsanwaltschaft München I zehn Objekte in Hamburg und Schleswig-Holstein durchsucht

Dabei konnten umfangreiche Beweismittel beschlagnahmt werden. Herausragend war dabei eine Durchsuchung in Pinneberg. Hier konnten bei einem 33-Jährigen eine komplette Untergrundlaboreinrichtung sowie 149 befüllte 10-Milliliter-Ampullen beschlagnahmt werden. Darüber hinaus konnten in der Wohnung neben Bargeld in Höhe von 2.400 Euro in szenetypischer Stückelung diverse Laborutensilien (zum Beispiel 900 leere Ampullen, 1.510 Bördelkappen, 804 Durchstechstopfen, Magnetrührer, Laborpumpe, Glaskolben und Messbecher, Bördelzange und Label-Etiketten), die zur Herstellung erforderlichen Trägeröle (28,75 Liter!) und Alkohollösungen (über 4,5 Liter) sowie über 300 Gramm bislang unbekannte Wirkstoffe sichergestellt werden.

Der Beschuldigte wurde daraufhin wegen des vorsätzlichen gewerbsmäßigen Inverkehrbringens von Arzneimitteln zu Dopingzwecken im Sport in Tateinheit mit vorsätzlichem unerlaubten Handeltreiben mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln außerhalb einer Apotheke und vorsätzlichem unerlaubten Besitz von Arzneimitteln und Wirkstoffen in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken im Sport vorläufig festgenommen.

Es ist weiterhin aufgrund der beschlagnahmten Öle, der leeren Ampullen und so weiter davon auszugehen, dass diese für die Herstellung mindestens weiterer 2.800 Ampullen à zehn Milliliter ausreichend gewesen wären.

Vermutlich im Januar 2016 tritt das neue Antidopinggesetz in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt werden die bisherigen Verbots- und Strafnormen des Arzneimittelgesetzes (hier die §§ 6a und 95 (1) Nrn. 2a b, (3) AMG) in das Antidopinggesetz neu aufgenommen. Weiterhin werden unter anderem auch das Verbringen (also auch die Durchfuhr durch Deutschland) und der Besitz derartiger Präparate auch unterhalb der nicht geringen Menge zum Selbstdoping (hier für Spitzensportler) künftig strafbar sein.

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Kategorie: Zoll im Fokus
Quelle: www.zoll.de